
Goldfisch
Carassius auratus · Cyprinidae
- Süßwasser
- Karpfen & Weißfische
- Einfach
- Größe
15–48 cm
- Gewicht
0,0–1,6 kg
- Lebensdauer
41 Jahre
- Wassertemp.
0–41 °C
- Tiefe
0–20 m
Wo fangen
- Kanal
- See
- Teich
- Fluss
Symbole der Lebensräume: Flaticon
Allesfressender ostasiatischer Karpfenfisch mit oft goldener Färbung, weltweit in viele Gewässer eingeführt und eingebürgert.
Kalender
In 31 Ländern nachgewiesen
Australien · Belgien · China · Dänemark · Deutschland · Frankreich · Iran · Italien · Japan · Kanada · Luxemburg · Mexiko · Neuseeland · Niederlande · Norwegen · Österreich · Polen · Portugal · Russland · Schweden · Schweiz · Sonderverwaltungsregion Hongkong · Spanien · Südafrika · Südkorea · Taiwan · Tschechien · Ukraine · Vereinigte Staaten · Vereinigtes Königreich · Vietnam
GBIF-Nachweise – heimische und eingeführte Bestände zusammengefasst.
Sein Verbreitungsgebiet
Das ursprüngliche Gebiet beschränkt sich auf Ostasien, China und Japan. Alles darüber hinaus geht auf Aussetzungen zurück, und damit endet der Vergleich mit anderen reisenden Karpfenfischen: Der Karpfen wanderte, weil man ihn aß, die Regenbogenforelle, weil man auf sie angelte, dieser Fisch dagegen breitete sich aus, weil die Leute ihn zu Hause am Leben hielten.
Seine Domestikation begann vor rund tausend Jahren in China, ausgehend von einem wilden olivbraunen Carassius. Tiere, die ihr dunkles Pigment verloren hatten, wurden herausgelesen, in Becken gehalten und dann auf Farbe, Körperform und Flossenbildung gezüchtet. Japan nahm die Haltung im sechzehnten Jahrhundert auf, Europa lernte sie im siebzehnten kennen. Jeder Zierfischhaushalt seither ist ein möglicher Ausgangspunkt, denn eine einzige ausgeleerte Schale genügt.
Darüber liegt eine Schwierigkeit der Überlieferung. Die osteuropäische Giebel wurde lange unter diesem Namen geführt, ein guter Teil der älteren Nachweise dieser Art auf dem Kontinent meint daher ihre Verwandte. Karten, die auf diesen Nachweisen beruhen, übertreiben, wie lange sie schon hier ist.
Erkennen
Ein Goldfisch aus freiem Wasser ist nicht golden. Wildgefangene Tiere reichen von olivbraun, schieferoliv oder olivgrün mit bronzenem Schimmer über silbrig und graugelb bis grausilbern und nur manchmal bis zu einem echten Gold, meist schwarz gefleckt; die Unterseite ist gelblichweiß. Scharlachrot, Rosa, Weiß, Schwarz und ihre Kombinationen sind Zuchtformen, und die Nachkommen eines ausgesetzten Fisches kehren binnen weniger Generationen zur unscheinbaren Färbung zurück. Kurz gesagt bestimmt die Farbe einen Zuchtstamm und keine Art.
Das entscheidende Merkmal ist ein Fehlen. Es gibt nirgends eine Bartel — keine am Oberkiefer, keine in den Mundwinkeln. Steht man vor einem gedrungenen Karpfenfisch in einem Kanal oder einem Parkteich, ist das als Erstes festzustellen, denn es trennt diesen Fisch mit einem Schlag vom Karpfen.
Der Körper ist gedrungen, der Schwanzstiel kurz und hoch. Der Kopf ist nackt und breit dreieckig, der Augenabstand groß, die Schnauze länger als der Augendurchmesser, und der Oberkiefer reicht bis an das hintere Nasenloch oder bleibt knapp vor dem Auge stehen. Die Schwanzflosse trägt 17 bis 19 Strahlen, die Wirbelsäule 30 Wirbel. Ein laichendes Männchen zeigt feine Laichausschläge auf dem Kiemendeckel, manchmal auf dem Rücken und auf einigen Brustflossenstrahlen.
Dann sind da die Kreuzungen. Die Bastardierung mit dem Karpfen geschieht bereitwillig und bringt Fische hervor, die in fast jedem Merkmal dazwischenliegen, die Barteln eingeschlossen. Ein gedrungener Karpfenfisch mit zwei kurzen Barteln statt vier ist eher ein Bastard als ein falsch gelesener Schlüssel.
Fortpflanzung
Der Winter regiert das Laichgeschäft. Ohne eine Zeit in kaltem Wasser entwickeln sich die Eier nicht richtig; die Kälte ist also keine Unannehmlichkeit, die der Fisch erduldet, sondern ein Abschnitt des Zyklus, den er braucht. Ein Gewässer, das ganzjährig lau bleibt, hält deshalb Erwachsene am Leben, ohne dass aus ihnen Nachwuchs hervorginge.
Was darauf folgt, verlangt das Gegenteil. Gelaicht wird in sehr flachem Wasser zwischen Kraut, oft dort, wo Weidenwurzeln frei ins Wasser hängen, und über Wiesen, die das Frühjahrshochwasser überstaut hat. Die Aktivität beginnt kurz vor der Morgendämmerung und hält bis in den Nachmittag hinein an.
Ein Weibchen gibt nicht alles auf einmal ab: drei bis zehn aufeinanderfolgende Portionen im Abstand von acht bis zehn Tagen. Die Eier sind klebrig und haften an Pflanzen oder an versunkenen Gegenständen, die Larven leben danach im freien Wasser. Die Jungfische brauchen zum Wachsen Wärme.
Der ganze Zyklus verlangt somit einen ausgeprägten Gegensatz der Jahreszeiten — einen echten Winter, um die Eier anzulegen, einen warmen Sommer, um die Brut aufzuziehen. Nur wenige Gewässer der gemäßigten Zone liefern nicht beides, und darin liegt ein guter Teil der Erklärung, warum Aussetzungen so oft greifen.
Das Wasser, das er braucht
Stehendes oder langsam ziehendes Wasser, und nährstoffreich: Teiche, gut bewachsene Tümpel und Kanäle, Gräben, Altarme, eutrophe Seen, hinab bis etwa 20 m. Das sind ertragreiche Gewässer, in denen Plankton und organische Ablagerungen reichlich vorhanden sind.
Die Temperaturspanne ist außergewöhnlich, von Wasser knapp über dem Gefrierpunkt bis zu einer Wärme, die wenige Süßwasserfische hinnehmen, und der vertragene pH-Wert reicht von sechs bis acht. Das Wachstum fällt allerdings in kühlem Wasser besser aus als in warmem — ein gemäßigtes Klima bekommt diesem Fisch besser als die Tropen, in die er so oft verbracht worden ist.
Das Salz setzt ihm die Grenze. Siebzehn Promille sind als Extremwert verzeichnet, doch ein längerer Aufenthalt über fünfzehn ist nicht zu überleben. Brackige Lagunen und ausgesüßte Ästuare stehen ihm offen, das Meer nicht — ein Teich an der Küste ist also kein Weg ins nächste Einzugsgebiet.
Gewässer
- Bewachsene Uferzonen
- Flache, sonnige Bereiche
- Rund um Seerosen
- Schlammgrund
Techniken
- Angeln mit der Kopfrute
- Posenangeln mit Waggler
- Leichtes Feederangeln
- Posenangeln
Köder
- Maden
- Tauwürmer
- Brot
- Süßmais
- Teig
Was er frisst
Plankton, Wirbellose des Bodens, Pflanzenmaterial, Detritus. Auf dieser Liste steht nichts Unentbehrliches, und darin liegt die ganze Erklärung für den Erfolg der Art. Ein Allesfresser dieser Breite wartet vor der Ansiedlung auf keine bestimmte Ressource, und ein Tier, das man in ein fremdes Gewässer kippt, findet noch am selben Tag etwas zu fressen.
Der Planktonanteil öffnet ihm zusätzlich die grünen Gewässer — die ertragreichsten und zugleich jene, um die anspruchsvolle Arten einen Bogen machen.
So fängt man ihn
Niemand beangelt ihn gezielt, was nicht verhindert, dass man ihn fängt. Er arbeitet dasselbe Sediment ab wie die übrigen Karpfenfische des Stillwassers und nimmt die Grundköder, die für sie gedacht sind.
Die Größe überrascht jeden, der die Art nur aus dem Becken kennt. Das größte verzeichnete, mit der Rute gefangene Tier maß 40 cm und wog 2,3 kg; es stammt aus einem See bei Poole in Dorset und wurde dort 2010 gefangen — mehr als das schwerste je für die Art veröffentlichte Gewicht, was weniger über den Fisch aussagt als darüber, wie wenig Aufmerksamkeit verwilderte Goldfische erfahren. Die veröffentlichten Zahlen zu diesem Tier widersprechen einander, und mit jeder einzelnen ist entsprechend umzugehen.
Die Bestimmung zählt hier mehr als die Technik. Eine Goldkarausche aus freiem Wasser ist ein ausgesetzter Fisch oder der Nachkomme eines solchen, und die Einbürgerung dieser Art gilt vielerorts als ökologisch schädlich. Was mit einem solchen Fang zu geschehen hat, ist von Gewässer zu Gewässer verschieden und eine Frage an die zuständige Behörde und nicht ans Ufer.
Schutzstatus
Auf dieser Art lastet nichts; sie ist es, die lastet. Ihre Einbürgerung geht in weiten Teilen der Welt mit gemeldeten nachteiligen ökologischen Folgen einher, und sie wird zu den möglichen Schädlingen gezählt. Die Kreuzung mit dem Karpfen fügt eine zweite Wirkung hinzu und verwischt die örtlichen Bestände überall dort, wo beide zusammenleben.
Der Widerspruch lässt sich klar benennen: Dies ist einer der am stärksten gezüchteten Fische der Erde und zugleich einer der am häufigsten ausgesetzten, und beides hängt zusammen. Ein Heimtier, dessen Lebensdauer 41 Jahre erreicht, überlebt die Gründe, aus denen es angeschafft wurde, und das nächstgelegene Gewässer erledigt den Rest.
Diese Lebensdauer bestimmt auch, wie ein Fang zu lesen ist. Ein Fisch aus einem Teich kann dort eingesetzt worden sein, ehe der Angler, der ihn hält, geboren war, und seine Anwesenheit sagt über die Geschichte des Gewässers ebenso viel aus wie über seine Fauna.
Vorschriften
Je nach Land oft als eingeführte oder invasive Art eingestuft; örtliche Vorschriften beachten (Zurücksetzen ist mitunter verboten).
Nur zur Orientierung. Mindestmaße, Quoten und Schonzeiten variieren je nach Ort und Saison: Informiere dich vor dem Angeln stets über die aktuell geltenden lokalen Vorschriften.
Weitere Namen
Goldfish im Englischen — wie im Deutschen beschreibt der Name die Hausform und nicht die Art, und darin liegt die Falle, denn ein wilder Fisch ist gerade nicht golden. Golden carp erscheint in älteren Quellen für dasselbe Tier. Das japanische kingyo und das chinesische jinyu werden mit denselben Schriftzeichen geschrieben und bedeuten Goldfisch, und das Epitheton auratus, vergoldet, sagt es ein drittes Mal.
Die Bestimmungsbücher neigen zur Goldkarausche, und sobald von einem wilden Fisch die Rede ist, ist das der bessere Ausdruck. Was die ältere europäische Literatur betrifft: Ein großer Teil dessen, was sie Goldfisch nennt, ist die Giebel, und die beiden lassen sich im Nachhinein ohne die ursprünglichen Belegstücke nicht trennen.
Quellen: fishbase.se · api.gbif.org · fishbase.se