
Goldfleck-Zackenbarsch
Epinephelus costae · Serranidae
- Meer
- Küstenmeer
- Schwer
- Größe
140 cm
- Tiefe
1–300 m
Wo fangen
- Felsküste
Symbole der Lebensräume: Flaticon
Der Goldfleck-Zackenbarsch ist ein mittelgroßer Serranide mit olivbraunem Körper und kleinen orangefarbenen oder goldenen Flecken auf Flanken und Flossen. Seltener als der Braunzackenbarsch, besiedelt er flache Felsgründe im Mittelmeer und Ostatlantik bis 200 Meter Tiefe.
Kalender
In 10 Ländern nachgewiesen
Albanien · Angola · Frankreich · Griechenland · Israel · Italien · Spanien · Tunesien · Türkei · Zypern
GBIF-Nachweise – heimische und eingeführte Bestände zusammengefasst.
Sein Verbreitungsgebiet
Der Ostatlantik und das Mittelmeer, grob von 47 Grad Nord bis 13 Grad Süd.
Diese Karte braucht auf ihrer atlantischen Seite eine Berichtigung, und die ist keine Frage der Nomenklatur. Von Madeira unter dem Namen Epinephelus alexandrinus gemeldete Nachweise beruhen offenbar auf Fehlbestimmungen von Mycteroperca fusca — einem Fisch aus einer ganz anderen Gattung. Punkte, die einem anderen Tier gehören, werden im Areal dieser Art also seit Jahrzehnten mitgeführt.
Die Folge davon ist genau zu benennen. Eine durch Irrtum aufgeblähte Verbreitung lässt eine Art weiter etabliert erscheinen, als sie es ist, und jede spätere Bewertung erbt die Aufblähung. Der Inselzackenbarsch, der die Verwechslung zu verantworten hat, ist derselbe, den man 1991 aus dem Areal von Mycteroperca rubra herauslösen musste; ein einziger schlecht bekannter Atlantikfisch verdirbt also still und leise die Karten zweier anderer.
Erkennen
Ein reiner gelber Fleck sitzt auf der Flanke, unter dem stacheligen Teil der Rückenflosse. Er ist das eine Merkmal, das die Bestimmung für sich allein entscheidet, und vier der sechs Sprachen haben den Fisch nach diesem Zeichen benannt — das Französische und das Spanische gingen andere Wege.
Zwei dunkle Linien queren den Kopf, und nach ihnen zu suchen lohnt sich, weil sie beständig sind. Die erste läuft vom Unterrand des Auges abwärts zur unteren Hinterecke des Interoperculums. Die zweite beginnt am dunklen Streifen des Oberkiefers und erreicht die Unterkante des Vorkiemendeckels. Die Grundfarbe eines erwachsenen Tieres ist braun oder graubraun, die Flossen dunkler als der Körper.
Die Proportionen helfen hier nicht weiter, und das sagt man besser, statt es jemanden selbst herausfinden zu lassen. Die Körperhöhe bleibt hinter der Kopflänge zurück und geht 3,0- bis 3,4-mal in die Standardlänge; der Kopf 2,5- bis 2,7-mal. Diese Spannen liegen fast vollständig innerhalb derer des Weißen Zackenbarsches, einer Art, die einen großen Teil desselben Areals mit ihm teilt. Zwei dieser Fische nebeneinander trennt der gelbe Fleck und kein Maßband.
Der Vorkiemendeckel ist eckig, mit zwei oder drei vergrößerten Zacken an der Ecke. Der mittlere und der untere Dorn des Kiemendeckels sind flach, aber deutlich, während der obere nicht erkennbar ist, und die Oberkante des Deckels verläuft gerade oder leicht gewölbt. Der Oberkiefer reicht gewöhnlich bis zu einer Senkrechten am Hinterrand des Auges, seine Unterkante zeigt eine flache Stufe, und keine Schuppe bedeckt ihn. Der mittlere Teil des Unterkiefers trägt zwei Zahnreihen. Die Flankenschuppen sind ctenoid und bei erwachsenen Tieren von Hilfsschuppen verdoppelt, und es gibt 17 Pylorusschläuche.
Elf Rückenflossenstacheln, dahinter 15 bis 17 Weichstrahlen, drei Afterflossenstacheln und acht Strahlen.
Das Wasser, das er braucht
Sand, Schlamm und Fels, vom ersten Meter bis 300 hinab, mit dem Hauptteil der Nachweise zwischen 4 und 160 m.
Die Jungen leben woanders, und das ist die brauchbarste Zeile in der Biologie dieser Art: Jungfische bilden kleine Gruppen im flachen Wasser. Ein geselliger Zackenbarsch ist schon eine Ausnahme. Ein geselliger Zackenbarsch im Flachen, während die erwachsenen Tiere die mittleren Tiefen halten, heißt, dass das Tier nacheinander zwei Stockwerke ohne Bezug zueinander bewohnt — und dass alles, was in dem einen geschieht, vom anderen aus unsichtbar bleibt.
In Gefangenschaft gedeiht er nicht, was den Weg versperrt, auf dem das meiste von dem gelernt worden ist, was man über das Verhalten der Zackenbarsche weiß.
Gewässer
- Küstennahe Felsabbrüche
- Posidonia-Seegraswiesen
- Höhlen und Felsspalten
- Gemischte Fels- und Sandgründe
Techniken
- Grundangeln mit Naturköder
- Leichtes Küsten-Jigging
- Gummifisch auf Felsgrund
- Langsames Trolling
Köder
- Frischer Kalmar
- Tintenfischstück
- Lebender Köder
- Ganze Garnele
- Sepia
Was er frisst
Krebstiere, Weichtiere und Fisch. Drei Wörter, und ihr Reiz liegt darin, dass sie sich genau auf die drei Grundarten legen, über denen der Fisch verzeichnet ist: Krebs- und Weichtiere gehören zu Sand und Schlamm, der Fisch zum Fels. Ein Räuber, der alle drei Untergründe bearbeitet, braucht sie in keine Rangfolge zu bringen.
So fängt man ihn
Die Reife kommt im Mittel bei 32,5 cm, bei einer gemeldeten Streuung von 30 bis 35 — eine geringe Größe für einen Fisch, der so groß wird wie dieser.
Die Folge für die Praxis ist unmittelbar. Eine Gruppe kleiner Zackenbarsche im klaren Wasser ist nicht zwangsläufig eine Gruppe Jungfische; in dieser Länge pflanzen sich manche von ihnen bereits fort. Die Abkürzung, die Reife nach der Leibesfülle zu beurteilen, die bei den großen Arten der Gattung einigermaßen trägt, versagt hier.
Der zweite Punkt ist die Bestimmung, und er ist nicht akademisch. Der gelbe Fleck ist der einzige verlässliche Trenner zwischen diesem Fisch und seinen Nachbarn, und die Geschichte der Art zeigt, was geschieht, wenn er nicht geprüft wird: Falsche Nachweise gingen in die Referenzliteratur ein und blieben dort stehen. Eine Fangnotiz, die den Fleck nicht festhält, belegt nicht, welche Art gefangen wurde.
Das gewerbliche Interesse an dem Fisch ist gering, was erklärt, wie wenig Aufmerksamkeit ihm auf dem Markt und in den Statistiken zuteilwird.
Schutzstatus
Was auf dieser Art lastet, noch vor jedem benannten Druck, ist das Fehlen von Auskunft über sie.
Die Lücke ist messbar. Kein veröffentlichtes Höchstgewicht. Kein verzeichnetes Höchstalter. Und im Referenzwerk der Familie trägt der Abschnitt zur Fortpflanzung ein Literaturverzeichnis und sonst nichts — keine Laichzeit, keine Fruchtbarkeit, keinen Hinweis darauf, ob der Fisch das Geschlecht wechselt, was die meisten seiner Verwandten tun. Für einen großen Zackenbarsch, der im am dichtesten erforschten Meer der Welt lebt, ist das eine bemerkenswerte Leerstelle.
Dazu kommt die Verunreinigung seines Areals durch falsche Bestimmungen. Eine Art, deren Fundpunkte zum Teil falsch sind und deren Fortpflanzungsbiologie unbeschrieben ist, lässt sich nicht überwachen und nicht einmal über die Zeit hinweg mit sich selbst vergleichen.
Der Mechanismus ist schlicht: Eine Art, die niemand zählt, lässt sich nicht als rückläufig nachweisen. Ihr geringer Marktwert, der ihr eine eigene Fischerei erspart, hält sie zugleich aus den Anlandereihen heraus, in denen ein Abwärtstrend erscheinen würde. Das Ausbleiben eines Alarms ist nicht das Ausbleiben eines Problems — und dies ist ein Zackenbarsch des Mittelmeers, in einem Meer, in dem mehrere seiner nahen Verwandten unter gesetzlichen Schutz gestellt werden mussten, nachdem ihre Bestände bereits zusammengebrochen waren.
Vorschriften
Die jeweils geltenden lokalen Vorschriften beachten (Mindestmaß, Schonzeiten, Fangquoten).
Nur zur Orientierung. Mindestmaße, Quoten und Schonzeiten variieren je nach Ort und Saison: Informiere dich vor dem Angeln stets über die aktuell geltenden lokalen Vorschriften.
Weitere Namen
Goldblotch grouper im Englischen, und der Name ist ein Stück Bestimmung: Er zeigt auf das einzige Merkmal, das trägt.
Das italienische cernia dorata, das portugiesische garoupa-dourada und der deutsche Name selbst sagen dasselbe. Das Spanische geht eigene Wege mit falso abadejo, dem falschen Pollack, und beschreibt damit, was der Fisch nicht ist. Das Französische nimmt mérou badèche, wobei badèche ein alter Name von den Küsten der Provence und des Languedoc ist, der auch Zackenbarschen einer ganz anderen Gattung gilt — ein Familienname und kein Artname.
Der Name Epinephelus alexandrinus kursiert für diesen Fisch in der älteren Literatur noch immer. Unter ihm wurden die Nachweise von Madeira veröffentlicht, und ihm gegenüber ist Misstrauen geboten, wenn man etwas liest, das vor der Revision der Gattung geschrieben wurde.
Quellen: fishbase.se · api.gbif.org