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ArtenKnoten
Goldmeeräsche
Foto: Piscary

Goldmeeräsche

Chelon auratus · Mugilidae

  • Meer
  • Küstenmeer
  • Mittel
  • Größe

    30–61 cm

  • Gewicht

    0,2–2,5 kg

  • Tiefe

    10–20 m

Wo fangen

  • Mündung
  • Strand
  • Felsküste

Symbole der Lebensräume: Flaticon

Die Goldmeeräsche unterscheidet sich durch ihren leuchtend gelb-orangen Kiemendeckelfleck, der größer ist als bei anderen Meeräschen. Der schlanke, silbrige Körper trägt feine dunkle Streifen; sie besiedelt Flussmündungen, Häfen und offene Küsten.

Kalender

In 8 Ländern nachgewiesen

Belgien · Frankreich · Griechenland · Italien · Niederlande · Spanien · Ukraine · Vereinigtes Königreich

GBIF-Nachweise – heimische und eingeführte Bestände zusammengefasst.

Sein Verbreitungsgebiet

Die Liste für den Ostatlantik ist lang und reicht weiter nach Norden als erwartet: Britische Inseln, Nordsee, Europäisches Nordmeer und Barentssee, Biskaya, westafrikanische Küste und die vorgelagerten Archipele — Kanaren, Azoren, Madeira. Dazu Mittelmeer und Schwarzes Meer.

Überraschend ist der Eintrag Barentssee. Dass eine Familie mit südlichem Ruf bis auf den arktischen Schelf reicht, heißt: Die Temperatur begrenzt diese Gruppe weniger, als ihr Bild auf dem Markt vermuten lässt.

Die Art wurde außerdem ins Kaspische Meer eingebracht. Die Quellen halten die Einbürgerung fest, nicht ihr Ergebnis — eine Grenze dessen, was sich sagen lässt: Der Fisch ist dort, und was er dort angerichtet hat, ist hier nicht belegt.

Erkennen

Ein goldener Fleck sitzt auf dem Kiemendeckel. Nach ihm ist der Fisch in jeder Sprache benannt, die ihn überhaupt benennt, und nach ihm sucht man zuerst.

Zwei weitere Merkmale taugen nur im Vergleich, nicht für sich allein. Die Brustflossen sind länger als bei den verwandten Meeräschen. Und an ihrer Basis fehlt der schwarze Fleck — ein Fehlen, das zählt, weil andere Arten der Gruppe ihn tragen.

Die Zählwerte unterscheiden nichts: fünf Hartstrahlen in der Rückenflosse, sieben bis neun Weichstrahlen, drei Hartstrahlen in der Afterflosse — das Muster der Gattung. Genau deshalb muss der goldene Fleck die ganze Arbeit leisten, und deshalb ist eine Meeräsche, die ohne Blick auf den Kiemendeckel bestimmt wurde, nicht wirklich bestimmt.

Fortpflanzung

Alles Fortpflanzungsgeschehen spielt sich vor der Küste ab, von Juli bis November. Die Eier werden frei ins Wasser abgegeben, schweben und haften an nichts.

Die Jungfische ziehen im Winter in Küstenlagunen und Ästuare ein, und im Frühjahr verstärkt sich dieser Zug deutlich.

Dieser Zeitpunkt ist die Angabe, die man behalten sollte, weil sie sich gegen die der übrigen Gruppe halten lässt. Die Goldmeeräsche schickt ihre Jungfische ab dem Winter in die Lagunen; die Dicklippige Meeräsche tut es zwischen April und Juni; die Dünnlippige Meeräsche nutzt gar kein Lagunenfenster und besiedelt stattdessen die offene Küstenlinie. Drei Meeräschen an derselben Küste, drei getrennte Lösungen für dieselbe Aufgabe — und keine davon ist dem Fisch anzusehen. Draußen trennt sie ein Datum und eine Tiefe, keine Form.

Die Geschlechtsreife tritt bei etwa 29 cm ein.

Das Wasser, das er braucht

Erwachsene sind neritisch — flaches Küstenwasser von 10 bis 20 m —, meist in Schwärmen, und sie ziehen in Lagunen und in die unteren Abschnitte der Ästuare ein. Ins Süßwasser gehen sie selten.

Diese Zurückhaltung ist der eigentliche Unterschied zu den beiden verwandten Arten, die beide bereitwillig die Flüsse hinaufsteigen. Hier verläuft das ganze Leben zwischen Meer und Brackwassersaum. Weit oben im Ästuar ist die Goldmeeräsche nicht zu suchen, und was oberhalb der Tidegrenze geschieht, berührt sie nicht.

Daraus folgt ein Zyklus mit nur zwei Abteilungen, Meer und Lagune, und einer einzigen Verbindung dazwischen. Alles hängt daran, dass diese Verbindung zur richtigen Jahreszeit offen steht.

Gewässer

  • Ästuare und Lagunen
  • Hafenkais
  • Geschützte Strände
  • Brackwasser-Flussmündungen

Techniken

  • Feines englisches Posenangeln
  • Brotangeln an der Oberfläche
  • Leichtes Feederangeln
  • Stippangeln vom Ufer

Köder

  • Weißbrot
  • Schlammwurm
  • Gekochter Mais
  • Klebriger Reis
  • Teigkugel

Was er frisst

Erwachsene ernähren sich von kleinen Bodenorganismen und Detritus, gelegentlich kommen Insekten und Plankton dazu.

Die Insekten sind der Eintrag, der sich lohnt. Ein Meeresfisch, der Insekten frisst, frisst an einem Saum, an dem das Land das Wasser beliefert — Lagunenränder, geschützte Flachwasserzonen, die Leeseite einer Bank, wo alles antreibt, was der Wind vom Ufer getragen hat. Das sagt zuverlässiger, wo sich das Tier tatsächlich aufhält, als es die Tiefenangaben tun.

Jungfische nehmen dagegen Zooplankton und sonst nichts; der Opportunismus der Erwachsenen ist also spät erworben und kein Familienzug.

So fängt man ihn

Lagunen, Flussmündungen und das untere Ästuar — kein Süßwasser. Dieses Nein grenzt die Suche gegenüber den anderen Meeräschen ein und erspart die Arbeit an den oberen Läufen, wo jene stehen und diese nicht.

Die Art der Nahrungsaufnahme ist die der ganzen Familie. Der Fisch weidet und saugt die Nahrung ein, statt auf sie einzuschlagen; deshalb sind weiche Köder die Antwort, und der Biss fällt so zaghaft aus, dass das Gerät auf sein Erkennen ausgelegt sein muss und nicht auf die Größe des Fisches.

Ein Punkt zum Speisewert gehört genau wiedergegeben, weil er oft mit mehr Bestimmtheit behauptet wird, als die Quellen hergeben: Die Fleischqualität dieser Art gilt als schwankend. Das passt zu einem Tier, das Sediment abweidet, denn was es abgeweidet hat, ist von Lagune zu Lagune verschieden. Die Art wird kommerziell befischt und auch gezüchtet, und keine der beiden Angaben entscheidet, wie ein einzelner Fang ausfällt.

Artenschutz · Potenziell gefährdet (IUCN) — Diese Art ist im Rückgang. Setze deine Fänge zügig zurück und behandle sie schonend — nasse Hände, so kurz wie möglich außerhalb des Wassers.

Schutzstatus

Der Engpass ist derselbe wie bei der übrigen Gruppe, nur öffnet er früher: ab dem Winter und vor allem über das Frühjahr hinweg. Wird eine Lagune in diesen Monaten abgeriegelt, bricht die Erneuerung eines Bestands ab, ohne dass einem einzigen erwachsenen Fisch etwas anzumerken wäre — und gezählt werden von einem Bestand nur die Erwachsenen.

Dem steht ein Ausgleich gegenüber, und er liegt im Bau des Lebenslaufs. Weil die Art nur selten ins Süßwasser geht, lasten die Flusshindernisse, die ihre Verwandten bedrängen, nicht auf ihr. Wehre, Schleusen und unpassierbare Sohlschwellen sind für einen Zyklus ohne Bedeutung, der ganz zwischen Meer und Brackwassersaum verläuft.

Übrig bleibt eine Bündelung des Risikos auf einen einzigen Lebensraumtyp. Alles, was die Art auf der küstenwärtigen Seite ihres Lebens braucht, geschieht in Küstenlagunen und unteren Ästuaren, und die zählen an den von ihr besiedelten Küsten zu den am stärksten überformten Lebensräumen. Ein drittes Ausweichquartier hat sie nicht.

Vorschriften

Die örtlich geltenden Vorschriften beachten (Mindestmaß, Schonzeiten, Fangmengen).

Nur zur Orientierung. Mindestmaße, Quoten und Schonzeiten variieren je nach Ort und Saison: Informiere dich vor dem Angeln stets über die aktuell geltenden lokalen Vorschriften.

Weitere Namen

Goldmeeräsche, englisch golden grey mullet — beide Namen nennen den Fleck auf dem Kiemendeckel. Jede andere Sprache hat dasselbe Merkmal gewählt, und das zu Recht, denn es ist das einzig verlässliche.

Das Spanische kennt galupe und daneben dorada, und das ist ein echtes Problem: dorada ist im Spanischen der übliche Name der Goldbrasse, eines Fisches aus einer völlig anderen Familie, der an denselben Marktständen liegt. Italienisch cefalo dorato, französisch mulet doré.

Der ältere wissenschaftliche Name Liza aurata ist für diese Art weiterhin weit verbreitet und durchzieht die ältere Literatur wie manche Fangstatistik. Wer alte Daten mit neuen abgleicht, braucht beide Namen.

Quellen: fishbase.se · api.gbif.org

Verwandte Arten