
Neuseeländischer Langflossenaal
Anguilla dieffenbachii · Anguillidae
- Süßwasser
- Wanderfische
- Mittel
- Größe
60–185 cm
- Gewicht
0,5–25 kg
Wo fangen
- See
- Fluss
Symbole der Lebensräume: Flaticon
Der Langflossen-Aal ist der größte Aal Neuseelands, erkennbar an seiner sehr langen Rücken- und Afterflosse, die fast den gesamten Körper entlangläuft, und seiner braungrün marmorierten Haut.
Kalender
In 1 Land nachgewiesen
GBIF-Nachweise – heimische und eingeführte Bestände zusammengefasst.
Sein Verbreitungsgebiet
Die Art kommt in Neuseeland vor und sonst nirgends, zwischen 34 und 47 Grad Süd. Ein Endemismus dieses Zuschnitts bestimmt ihre Zukunft: Ein Fisch, dessen gesamter Weltbestand in den Flüssen eines einzigen Landes steht, hat keinen fremden Bestand, aus dem sich schöpfen ließe, und kein zweites Verbreitungsgebiet, in das er ausweichen könnte, wenn das erste versagt.
Es ist zugleich das südlichste Verbreitungsgebiet der Gattung. Andere Aale wachsen in subtropischem Wasser heran, dieser in kaltem, und das verlangsamt alles. Für dieselben 80 cm, die ein tropischer Verwandter rasch erreicht, braucht dieses Tier sehr lange, und diese eine Folge der geographischen Breite erklärt sowohl seine Größe als auch seine Empfindlichkeit.
Erkennen
Kein Süßwasseraal der Welt wird größer. Die veröffentlichten Maße stellen den Neuseeländischen Langflossenaal weit über jedes andere Mitglied seiner Gattung.
In der Praxis zählen zwei andere Zahlen mehr. Die gewöhnliche Länge beträgt 60 cm bei den Männchen und 100 cm bei den Weibchen; die Geschlechter sind hier also so deutlich nach der Größe geschieden wie nirgends sonst in der Familie, und alles Ansehnliche ist weiblich.
Und dann die Zahl, die man als Geschichte und nicht als Biologie lesen sollte. Die wirklich großen Fische stehen in den Aufzeichnungen, doch sie sind selten und stammen überwiegend aus alten Berichten; in den letzten Jahrzehnten übertreffen nur wenige Tiere 120 cm. Diese Schrumpfung geht nicht auf eine andere Messtechnik zurück. Sie ist ein Jahrhundert der Entnahme, eingeschrieben in die Größenverteilung einer Art, die Jahrzehnte braucht, um ein großes Tier aufzubauen.
Fortpflanzung
Vor 80 cm tritt die Geschlechtsreife nicht ein. In kalten Flüssen des Südens und bei derart langsamem Wachstum vergehen bis zu dieser Länge mehrere Jahrzehnte — und jeder Fisch darunter hat sich noch kein einziges Mal fortgepflanzt.
Diese Schwelle bestimmt, welchem Bestand der Angler tatsächlich begegnet. Die große Mehrheit der Aale in einem neuseeländischen Fluss liegt unter der Größe, ab der die Art fortpflanzungsfähig wird; fast jedes angetroffene Tier hat seinen einen Fortpflanzungsvorgang also noch vor sich.
Gelaicht wird im Meer, ein einziges Mal, und danach stirbt das Tier. Die Art ist eierlegend, und weder der Ort noch der Vorgang selbst sind bei ihr je unmittelbar beobachtet worden.
Das Wasser, das er braucht
Steinige Flüsse. Häufig ist die Art in Seen und Flüssen im ganzen Land, doch die Vorliebe gilt harten Sohlen und bewegtem Wasser — dem Gegenteil dessen, was der Kurzflossenaal derselben Landschaft abverlangt.
Die beiden teilen sich Neuseelands Süßwasser nach der Strömungsgeschwindigkeit. Langsam und stehend fällt dem einen zu, steinig und fließend dem anderen, und die Art des Gewässers zeigt an, welche Art vorliegt, bevor überhaupt etwas gefangen ist. In der Praxis ist die Grenze nicht absolut, und gemischte Abschnitte beherbergen beide, doch das Gefälle ist deutlich genug, um damit zu arbeiten.
Gewässer
- Neuseeländische Gebirgsflüsse
- Bewachsene Uferunterschnitte
- Hochgebirgsseen
- Tiefe Pools
Techniken
- Nächtliches Grundangeln
- Stellangel mit Naturköder
- Angeln unter überhängenden Ufern
- Stellangel
Köder
- Regenwürmer
- Fischstücke
- Flusskrebse
- Wasserinsektenlarven
So fängt man ihn
Zuerst das Wasser lesen. Strömung über Steinen deutet auf diese Art, ruhiges, krautiges Wasser auf ihre Nachbarin, und wer sich darin irrt, verliert eine ganze Nacht.
Der Rest folgt den Gewohnheiten der Gattung: nach Einbruch der Dunkelheit, am Grund, an einem Köder, der riecht. Die Schleimschicht macht es unmöglich, den Fisch mit trockener Hand zu halten, und Kraft richtet nichts aus außer Schäden an der Haut.
Die Größe verändert die Bedeutung eines Fangs hier stärker als bei jedem anderen Aal. Ein Fisch über einem Meter ist ein altes Tier, nahe an der Länge, ab der es sich endlich fortpflanzen kann, oder darüber, und genau diese Größenklasse ist selten geworden. Was in diese Größenordnung fällt, gehört sorgsam und ohne Verzug zurückgesetzt.
In Neuseeland wird die Fischerei bewirtschaftet, mit gewerblichem, traditionellem und freizeitlichem Teil unter je eigenen Regelungen, und die Bedingungen unterscheiden sich von Einzugsgebiet zu Einzugsgebiet und von Jahr zu Jahr. Man holt sie vor der Tour bei der zuständigen Behörde ein, man klärt sie nicht am Ufer.
Artenschutz · Stark gefährdet (IUCN) — Diese Art ist vom Aussterben bedroht. Setze sie immer zurück (No-Kill), behandle sie mit größter Sorgfalt und prüfe die örtlichen Regeln — ihr Fang kann verboten sein.
Schutzstatus
Drei Eigenschaften wirken gleichzeitig gegen diese Art: ein Verbreitungsgebiet, das auf ein einziges Land beschränkt ist, ein Wachstum, das langsam genug ist, um die Geschlechtsreife um Jahrzehnte hinauszuschieben, und ein Leben, das genau einen Fortpflanzungsversuch zulässt.
Das deutlichste Signal ist der Einbruch der Größen. Wenn die größten Fische zu historischen Anekdoten werden und das praktische Höchstmaß auf rund 120 cm fällt, dann fehlen die ältesten Weibchen — die Tiere mit den höchsten Eizahlen und zugleich die, deren Heranwachsen am längsten gedauert hat. Sie zu entnehmen kostet den Bestand etwas, das er innerhalb eines Menschenlebens nicht ersetzen kann.
Hinzu kommt der Weg flussab. Ein Aal, der dreißig Jahre gebraucht hat, um laichbereit zu werden, und dann an einer Staumauer oder einer Turbine hängen bleibt, statt das Meer zu erreichen, ist ein Totalverlust — und ein Verlust, der in den Fangstatistiken keine Spur hinterlässt, weil der Fisch bis zum Augenblick seines Scheiterns als anwesend gezählt wurde.
Vorschriften
Die örtlichen Vorschriften beachten (Mindestmaß, Schonzeiten, Fangbeschränkungen).
Nur zur Orientierung. Mindestmaße, Quoten und Schonzeiten variieren je nach Ort und Saison: Informiere dich vor dem Angeln stets über die aktuell geltenden lokalen Vorschriften.
Weitere Namen
Long-finned eel im Englischen, longfin im örtlichen Gebrauch, tuna auf Maori — dasselbe Wort, das auch der kurzflossigen Art gilt, weshalb sich Berichte von Maori wie von Siedlern häufig keinem einzelnen Tier zuordnen lassen.
Der Name benennt ein echtes Feldmerkmal und kein bloßes Etikett: Die Rückenflosse setzt weit vorn am Körper an, deutlich vor der Afterflosse, und dieser Ansatz ist es, der den Fisch in der Hand unterscheidet.
Der wissenschaftliche Name ehrt Ernst Dieffenbach, den Naturforscher, der im frühen neunzehnten Jahrhundert für die New Zealand Company das Land bereiste und die erste systematische Darstellung seiner Tierwelt verfasste.
Quellen: fishbase.se · api.gbif.org