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Scheefschnut
Foto: Piscary

Scheefschnut

Lepidorhombus whiffiagonis · Scophthalmidae

  • Meer
  • Plattfische
  • Mittel
  • Größe

    25–60 cm

  • Gewicht

    0,1–2,0 kg

  • Lebensdauer

    16 Jahre

  • Tiefe

    100–700 m

Wo fangen

  • Strand

Symbole der Lebensräume: Flaticon

Die Lammzunge ist ein Plattfisch der Familie Scophthalmidae, erkennbar an ihrem sehr langgestreckten ovalen Körper, dem großen schrägen Maul und den weit auseinanderstehenden Augen. Hellbraun gefleckt, bewohnt sie sandige und schlickige Böden des Atlantiks und Mittelmeers vor Europa in 100 bis 600 Metern Tiefe.

Kalender

In 7 Ländern nachgewiesen

Irland · Isle of Man · Italien · Kroatien · Norwegen · Portugal · Vereinigtes Königreich

GBIF-Nachweise, heimische und eingeführte Bestände zusammengefasst.

Sein Verbreitungsgebiet

Von Island südwärts bis Kap Bojador auf 26°N, dazu das westliche Becken des Mittelmeers.

Dieses Verbreitungsgebiet ist eher eine Linie als eine Fläche. Das Tier lebt zwischen 100 und 700 m Tiefe, also am Kontinentalhang, sodass seine Karte einer Tiefenlinie folgt statt einem Breitengrad. Wo der Schelf breit ist und der Hang weit vor der Küste liegt, fehlt die Art auf der gesamten Strecke dazwischen, wie geeignet die Küste auch aussehen mag.

Die besiedelte Tiefe verschiebt sich zudem je nach Region: 100 bis 400 m an der atlantischen Küste, 288 bis 700 m im östlichen Ionischen Meer. Tiefer, wo das Wasser wärmer ist, was dem üblichen Verhalten einer Kaltwasserart am Südrand ihres Verbreitungsgebiets entspricht.

Erkennen

Beim Scheefschnut entscheidet der Umriss. Wo die übrigen Plattfische der europäischen Meere eher zu einer Scheibe oder einem breiten Oval neigen, ist dieser hier spindelförmig – der Formenschlüssel führt ihn unter den langgestreckten, seitlich zusammengedrückten Körpern –, und niemand verwechselt ihn zweimal mit einem Steinbutt oder einer Scholle. Das Maul ist groß und schräg gestellt, die Augen stehen weit auseinander, was den Gesamteindruck eines auf der Seite liegenden Freiwasserjägers eher trifft als den eines Grundwühlers.

Die Rückenflosse beginnt fast auf der Schnauze. Ihr Ansatz liegt näher an der Schnauzenspitze als am Vorderrand des Auges, ein Verhältnis, das sich nachmessen lässt und nicht bloß ein Eindruck ist, über den man streiten könnte.

Rücken- und Afterflosse ziehen sich über den Schwanzstiel hinaus und greifen leicht auf die Blindseite über. Beide tragen nach hinten hin verwaschene dunkle Flecken, und das ist das Einzige an der Färbung, das der Erwähnung wert ist. Die Seitenlinie beschreibt über der Brustflosse einen deutlichen Bogen. Die Zählungen ergeben 85 bis 94 Weichstrahlen in der Rückenflosse und 64 bis 74 in der Afterflosse.

Fortpflanzung

Dieser Fisch laicht nur einmal. Er ist ein Totallaicher, im Gegensatz zum abschnittsweisen Laichen, das für mehrere Plattfische desselben Schelfs beschrieben wird, und dieser Unterschied bestimmt alles Weitere auf dieser Seite: Die gesamte Eiproduktion eines Weibchens für das Jahr passt in ein kurzes Zeitfenster, ein einziges Mal.

Die Laichgründe liegen tief und sind eng umgrenzt – vor Island und westlich der Britischen Inseln. Ein Jahrgang verlässt sich also auf eine begrenzte Anzahl von Orten zu einem genauen Zeitpunkt, ohne Streuung über die Saison, die einen Zwischenfall auffangen könnte.

Die erste Geschlechtsreife liegt bei etwa 25,8 cm. Das höchste gemeldete Alter beträgt 16 Jahre.

Das Wasser, das er braucht

Weiche Böden des Hangs, 100 bis 700 m, und die Einordnung lautet bathydemersal – in Kontakt mit dem Grund, aber weit unterhalb dessen, was eine küstennahe Fischerei erreicht.

Kein Ästuar, kein Brackwasser, keine flache Bank. Nichts im Revier dieses Tieres ähnelt dem Grund, den die Plattfische des Strandes besetzen, und nichts an der Art, wie es gefangen wird, ähnelt dem ebenfalls.

Gewässer

  • Sandige Küstenböden
  • Tiefenzonen von 100 bis 400 m
  • Kontinentalhang
  • Golf von Biskaya

Techniken

  • Grundangeln
  • Langsames Schleppen
  • Paternoster-Vorfach
  • Laufende Grundmontage

Köder und Kunstköder

  • Frischer Tintenfisch
  • Fischfilets
  • Garnelen
  • Meerespolychaeten

Was er frisst

Kleine grundlebende Fische, Tintenfische und Krebstiere. Die Kopffüßer sind der bemerkenswerte Posten: Einen Tintenfisch zu packen bedeutet, ein schnelles Tier in der Wassersäule zu erbeuten, nicht ein Sediment nach dem zu durchsieben, was nicht entkommen kann.

Ein schlanker Fisch, der in vierhundert Metern Tiefe Tintenfische und Fische jagt, ähnelt in seiner Art der Nahrungsaufnahme eher einem Freiwasserjäger, der sich zufällig hingelegt hat, als einem Gründler.

So fängt man ihn

Bootfischerei und Tiefe, mindestens 100 m und meist deutlich mehr. Keine küstennahe Gegebenheit erschließt diese Art.

Die Köder folgen der Nahrung: frischer Tintenfisch, Fischfilets und -streifen, Garnelen, senkrecht abgelassen und in Grundkontakt gehalten. Ein langsam geführtes Grundschleppen funktioniert nach demselben Prinzip.

Die zu erwartende Größe ist bescheiden. Die übliche Länge liegt bei 25 cm, was knapp unter dem Wert für die erste Geschlechtsreife liegt – der durchschnittliche Scheefschnut ist also ein Fisch, der gerade erst erwachsen geworden ist, oder es noch nicht ganz geschafft hat.

Ein Wort zu den Daten selbst. Die Quelle ist bis auf den einzelnen Flossenstrahl genau und veröffentlicht für die Art überhaupt kein Höchstgewicht. Diese Lücke liegt in der Akte, nicht im Fisch.

Schutzstatus

Das Totallaichen ist der Bruchpunkt. Eine Art, die ihre gesamte Jahresproduktion auf einmal freisetzt, an einer kleinen Zahl tiefer Laichgründe, besitzt nirgends eine Reserve. Geht das Zeitfenster schlecht aus – eine schwache Larvendrift, ein schlechtes Wärmejahr –, gleicht später im Kalenderjahr nichts mehr aus.

Dem steht eine intensive Fischerei gegenüber, über einen langen Zeitraum von veröffentlichten Bestandsbewertungen begleitet. Sechzehn Lebensjahre gegenüber einer Geschlechtsreife nahe 26 cm lassen einen gewissen Spielraum, doch dieser Spielraum beruht ganz darauf, dass ein einziger Termin eingehalten wird, einmal im Jahr, an einer Handvoll Orten.

Vorschriften

Die geltenden lokalen Vorschriften beachten (Mindestmaß, Schonzeiten, Fangquoten).

Nur zur Orientierung. Mindestmaße, Quoten und Schonzeiten variieren je nach Ort und Saison: Informiere dich vor dem Angeln stets über die aktuell geltenden lokalen Vorschriften.

Weitere Namen

Auf Englisch Megrim, auch Whiff – der ältere Name, den das Artepitheton whiffiagonis im Doppelnamen bewahrt.

Das spanische gallo, der Hahn, benennt einen alltäglichen Marktfisch. Diese Art ist in Spanien eine feste Größe und auf nordischen Theken weitgehend unsichtbar, trotz beträchtlicher Anlandungen aus dem Golf von Biskaya: ein und derselbe Fisch, auf der einen Seite einer Grenze eine Handelsware, auf der anderen eine Kuriosität.

Lepidorhombus bedeutet die beschuppte Raute, was eher die Familie beschreibt als dieses einzelne Mitglied davon, und das trifft auf einen Fisch geformt wie eine Messerklinge denkbar schlecht zu. Deutsch Scheefschnut und portugiesisch areeiro, der Sandbewohner, nehmen stattdessen den Grund statt den Umriss zum Ausgangspunkt.

Quellen: api.gbif.org

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