
Sibirischer Taimen
Hucho taimen · Salmonidae
- Süßwasser
- Salmoniden
- Schwer
- Größe
200 cm
- Gewicht
105 kg
- Lebensdauer
55 Jahre
Wo fangen
- Fluss
Symbole der Lebensräume: Flaticon
Der Taimen ist der größte Salmonide der Welt, erkennbar an seinem langgestreckten Körper, dem breiten Maul und den goldenen bis rötlichen Reflexen an den Flanken.
Kalender
In 2 Ländern nachgewiesen
Mongolei · Russland
GBIF-Nachweise – heimische und eingeführte Bestände zusammengefasst.
Sein Verbreitungsgebiet
Die Art besiedelt einige Oberläufe der Zuflüsse von Petschora und Kama — darunter Wjatka, Belaja, Wischera und Tschussowaja — im Einzugsgebiet der Wolga, ferner Sibirien vom Ob bis zur Jana sowie den Amur mit einigen benachbarten Flussgebieten.
Eine Zeile dieses Befunds lohnt zweimaliges Lesen: Bevor die Kama gestaut wurde, zogen Taimen in die Wolga ein und kamen flussabwärts bis Samara. Ein Damm hat dieses Areal nicht verkleinert, er hat es gelöscht.
Erkennen
Kleine, kreuzförmige dunkle Flecken zeichnen Kopf und Flanken. Die Form ist das Merkmal — keine runden Punkte, keine Wurmlinien, sondern kleine Kreuze, und nichts sonst in der Familie trägt sie.
Die Zähne auf Pflugschar- und Gaumenbein bilden ein durchgehendes, hufeisenförmiges Band, das den Fisch von den übrigen großen Salmoniden Mittel- und Osteuropas trennt. Der Oberkieferknochen reicht nach hinten über den Hinterrand des Auges hinaus. Die Schuppen sind oval, sehr klein, ohne Radiärfurchen, und die Jahresringe treten außerordentlich deutlich hervor. Die Fettflosse ist kräftig ausgebildet.
Zwei Zählwerte sind außergewöhnlich: 173 bis 288 Schuppen in der mittleren Seitenreihe und 205 bis 219 Pylorusanhänge.
Fortpflanzung
Das Weibchen gräbt eine Laichgrube von einem bis anderthalb Metern Durchmesser. Die Eier sind groß — 5 bis 6 mm — und schlüpfen nach 28 bis 38 Tagen.
Die Dottersacklarven bleiben im Kies, bis der Dottersack aufgezehrt ist, 10 bis 15 Tage; danach halten sich die Jungfische in der Nähe des Laichplatzes, bevor sie flussabwärts abtreiben.
Eine meterbreite Laichgrube verlangt eine ebenso große Fläche aus sauberem, lockerem Kies, in der richtigen Wassertiefe, in einem Fluss, der sein Bett noch umlagert. Das ist anspruchsvoller, als es klingt, und es ist das Erste, was der Ausbau eines Flusses beseitigt.
Das Wasser, das er braucht
Erwachsene Tiere stehen in kalten, sauerstoffreichen Vorgebirgs- und Gebirgsflüssen. Für die Zeiten verminderter Aktivität — tagsüber, im Winter — bevorzugen sie tiefere Kolke mit langsamer Strömung, und sie nutzen daneben Unterläufe, Mündungen, kalte Seen und Stauhaltungen.
Jung- wie Alttiere sind reviertreu, und die Reviere der Erwachsenen lassen sich genau benennen: tiefe Kolke unterhalb von Stromschnellen und Wasserfällen, die Mündungen kleiner Zuflüsse, die Auskolkung hinter einem Brückenpfeiler.
Ein reviertreuer Fisch in einem bekannten Kolk ist ein auffindbarer Fisch. Darin liegt das ganze Problem des Taimen als Art und sein ganzer Reiz als Fang.
Gewässer
- Tiefe Kolke in sibirischen Strömen
- Flusszusammenflüsse
- Tiefe Stromschnellen
- Langsam strömende Uferbereiche
Techniken
- Großer Streamer beim Fliegenfischen
- Werfen mit schwerem Blinker
- Oberflächenköder
- Angeln mit Köderfisch
Köder
- Große Nager-imitierende Streamer
- Toter Fisch geführt
- Schwere Blinker
- Voluminöse Oberflächenköder
So fängt man ihn
Jeder Standplatz ist ein benennbarer Punkt: der Kolk unterhalb einer Stromschnelle, die Mündung eines kleinen Zuflusses, die Auskolkung unter einer Brücke. Wer drei davon an einem Fluss kennt, hat die Fischerei.
Sowohl der Tag als auch der Winter drücken den Fisch in die tiefen, langsamen Kolke, weshalb dasselbe Wasser zu ganz verschiedenen Jahreszeiten und aus verschiedenen Gründen fängt.
Die Größe des Tieres entscheidet über das Gerät, sein Alter darüber, was ein Fang kostet: Taimen werden 55 Jahre alt. Ein großer Taimen ist älter als jeder Angler, der je nach ihm werfen wird.
Wo er überlebt hat, ist die Fischerei kontrolliert, und was jeweils gilt, ist Sache der zuständigen Behörde.
Artenschutz · Gefährdet (IUCN) — Diese Art ist vom Aussterben bedroht. Setze sie immer zurück (No-Kill), behandle sie mit größter Sorgfalt und prüfe die örtlichen Regeln — ihr Fang kann verboten sein.
Schutzstatus
Fünfundfünfzig Jahre Lebensdauer ist die Zahl, die man behalten sollte. Ein Taimen-Bestand ist ein Vorrat sehr alter Fische, und ein Vorrat, dessen Aufbau ein halbes Jahrhundert dauert, verkraftet kein schlechtes Jahrzehnt.
Die Reviertreue verschärft das. Ein Fisch, der einen bekannten Kolk besetzt und immer wieder dorthin zurückkehrt, lässt sich Kolk für Kolk abräumen, und die Kolke sind abzählbar und kartiert.
Der Kama-Stausee zeigt den dritten Mechanismus am deutlichsten: Ein Damm hat den Bestand flussabwärts nicht ausgedünnt, er hat ihn beendet, und das Areal auf der heutigen Karte ist kleiner als das in den Aufzeichnungen.
Vorschriften
Die jeweils geltenden lokalen Vorschriften beachten (Mindestmaß, Schonzeiten, Fangquoten).
Nur zur Orientierung. Mindestmaße, Quoten und Schonzeiten variieren je nach Ort und Saison: Informiere dich vor dem Angeln stets über die aktuell geltenden lokalen Vorschriften.
Weitere Namen
Im Englischen Taimen, daneben Siberian taimen — der Name, dem auch das Deutsche folgt — und, in der Angelliteratur, Siberian giant trout, was im letzten Wort falsch ist, denn dies ist weder Salmo noch Oncorhynchus. Das Französische sagt Taïmen, und im Russischen und Mongolischen laufen verwandte Formen um, wo der Fisch erhebliches kulturelles Gewicht trägt.
Quellen: fishbase.se · api.gbif.org